Deutscher Regierungsflieger bleibt auf Seychellen liegen
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Aktualisiert: vor 4 Tagen
Die auf den Seychellen gestrandete Regierungsmaschine vom Typ Bombardier Global 5000 kann erst am Freitag zurück nach Deutschland fliegen. Ersatzteile für die Reparatur, darunter eine Hydraulikpumpe, wurden bereits per französischem A400M-Transportflugzeug eingeflogen. Verzögert wird der Rückflug laut Verteidigungsministerium nun durch noch fehlende Überfluggenehmigungen anderer Staaten, die üblicherweise etwas Vorlauf benötigen.
Kein Kanzler-Urlaub, sondern Trainingsflug
Ausgelöst hatte die Aufmerksamkeit ein Foto, das der AfD-Abgeordnete Malte Kaufmann von dem Regierungsflieger gepostet hatte – er mutmaßte, Kanzler oder ein Minister könnten heimlich Urlaub auf den Seychellen machen. Das Ministerium widersprach: Die Crew habe sich auf einem sogenannten Afrika-Training befunden, bei dem Piloten den Umgang mit unkontrolliertem Luftraum, älteren Funkfeuer-Anflugverfahren sowie besonderen klimatischen Bedingungen wie Hitze, Höhenlagen und der innertropischen Konvergenzzone üben. Geplant war ein Langstreckenflug entlang des Äquators quer durch Afrika – bis der technische Defekt den Trip auf den Seychellen beendete. Solches Training sei wichtig, um junge Crews auf Flüge für Kanzler oder Bundespräsident in diese Regionen vorzubereiten. Die Lufthansa Aviation Training bestätigte auf Anfrage allerdings, dass ein derartiges spezielles Afrika-Modul in den offiziellen zivilen Trainingsvorgaben nicht existiere.
Linke kritisiert viele Leerflüge
Unabhängig vom aktuellen Fall zeigen neue Zahlen: Im ersten Halbjahr flog die Flugbereitschaft der Bundeswehr fast genauso oft leer wie mit Regierungsmitgliedern an Bord – 305 von insgesamt 613 Teilstrecken ohne Passagiere. Grund ist meist, dass die Maschinen in Köln stationiert sind, während Dienstreisende in Berlin starten. Der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch nannte das Verhältnis ein „teures Ärgernis“. Der komplette Umzug der Flugbereitschaft nach Berlin, ursprünglich für 2012 geplant, verzögert sich wegen fehlender Infrastruktur am BER nun bis in die zweite Hälfte der 2030er-Jahre.
Quelle: dpa / NOZ 20.08.2026
